Nahrungsmittelhilfe allein reicht nicht
16.08.2011UNICEF fürchtet, dass in Ostafrika in Folge der Hungersnot und der Flüchtlingswelle lebensgefährliche Krankheiten bei Kindern zunehmen. „Die internationale Hilfe läuft. Trotzdem ist die Gefahr für die Kinder weiter groß. Durchfall und Infektionskrankheiten wie Masern sind für die geschwächten Kinder tödlich“, sagte Rudi Tarneden, Sprecher von UNICEF Deutschland anlässlich des Besuchs von Entwicklungsminister Dirk Niebel im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab. „Nahrungsmittelhilfe allein reicht nicht aus."
UNICEF hat deshalb neben großen Mengen Spezialnahrung für mangelernährte Kinder auch Medikamente bereitgestellt, organisiert Impfkampagnen und die Verteilung von sauberem Wasser.
Große Impfkampagne
In Dadaab und umliegenden Gemeinden hat UNICEF geholfen, 170.000 Kinder gegen Masern und Kinderlähmung zu impfen. Auch in Somalia ist eine große Impfkampagne angelaufen: In der somalischen Hauptstadt Mogadischu wurden 88.000 Kinder gegen Masern geimpft, in der Region Gedo 55.000 Kinder. Zwischen der Grenze nach Somalia und dem Lager Dadaab wurden fünf Wasserverteilstationen eingerichtet. In Mogadischu unterstützt UNICEF die Trinkwasserversorgung für 500.000 Menschen.
In Somalia hat UNICEF 500 einfache Ernährungszentren eingerichtet, in denen bereits rund 50.000 mangelernährte Kinder versorgt werden. Ziel ist es, in den kommenden Monaten rund 100.000 Kinder zu erreichen. Zudem erhielten 13 Krankenhäuser in Somalia Medikamente zur Versorgung von 130.000 Menschen. UNICEF bringt auch Medikamente und technisches Gerät zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfall und Cholera in die Krisenregion. Bereits vor der aktuellen Krise waren Durchfallerkrankungen die häufigste Todesursache für Kinder in Somalia.
Weitere Hilfsflüge
Am Mittwoch, 17.08.2011, startet von Frankfurt aus ein Hilfsflug der Organisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ nach Nairobi, für den die Lufthansa Cargo kostenlosen Frachtraum zur Verfügung stellt. An Bord sind auch 15 Tonnen Medikamente und medizinisches Gerät von UNICEF. In den vergangenen zwei Wochen hat UNICEF 26 Flugzeuge mit Hilfsgütern in die Region Horn von Afrika geschickt.
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