Nachrichten

Mein Jahresrückblick 2010

23.12.2010

Kronberg. Die Ann-Kathrin-UNICEF-Stiftung hat in diesem Jahr insbesondere 3 Projekte gefördert.

Rhein-Main-Gebiet: Regionales Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte
Ich freue mich sehr, dass ich mit meiner Stiftung erstmals ein spannendes Pilotprojekt im eigenen Land unterstützen kann. Ziel des „Regionalen Modellschul-Netzwerks für Kinder-rechte“ ist die nachhaltige Verankerung der Kinderrechte im Schulalltag. Denn trotz 20 Jahren UN-Kinderrechtskonvention gibt es auch an deutschen Schulen noch immer erhebliche Defizite bei der Umsetzung dieser Rechte.  
Unter der Schirmherrschaft von Kultusministerin Dorothea Henzler und mit finanzieller Unterstützung durch die Stiftung Flughafen Frankfurt/Main ist das Modellschul-Netzwerk Anfang September gestartet. Ein wissenschaftlicher Fachbeirat begleitet und evaluiert den zweijährigen Umsetzungsprozess, der anschließend in Schulen anderer Länder/Regionen eingeführt werden soll.

Kambodscha: Ausbau der Kinderstationen in Provinzkrankenhäusern
Die katastrophalen medizinischen Versorgungsmöglichkeiten für die zahlreichen, mit dem HIV-Virus infizierten Kinder haben mich überzeugt, vor allem in den Provinzkrankenhäusern Kambodschas den Ausbau der Kinderstationen zu fördern. Mit den zahlreichen Spenden konnten wir in diesem Jahr in zwei Krankenhäusern neue Kinderstationen für HIV-positive Kinder einrichten und in einem anderen Krankenhaus ein Behandlungszimmer für mangelernährte Kinder neu ausstatten. Mehr als 1.500 Kinder konnten bis zur Jahreshälfte lebensverlängernde Medikamente erhalten und fast 500 mangelernährte Kinder bekamen wichtige medizinische Hilfe. Es ist großartig, dass nun 32 Anlaufstellen für die Kinder in den Provinzen Kambodschas zur Verfügung stehen. Dank Ihrer Hilfe dürfen viele verloren geglaubte Kinder auch das diesjährige Weihnachten würdevoll erleben.
Auch im nächsten Jahr treiben wir die Hilfe für Kambodscha weiter voran: Schwerpunkt wird die Schulung der Krankenhaus-Mitarbeiter und der Ausbau der Ernährungsprogramme sein.

Süd-Sudan: Überlebenspaket
Anfang Juni führte mich mein Weg wieder in den Süd-Sudan, eine der ärmsten Regionen der Welt. Die traurigen Eindrücke, die ich im Jahr 2005 auf meiner ersten Reise in dieses Land gewonnen habe, hatten sich tief eingeprägt. Nun bewegten mich die Fragen: Wie weit ist die Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten fortgeschritten? Welche Bildungsmaß-nahmen wurden in welchem Umfang umgesetzt? Wie weit ist die medizinische Versorgung der Kinder? Schließlich sterben im Süd-Sudan 112 von 1000 Kindern vor ihrem 5. Geburtstag an Malaria oder Durchfallerkrankungen. Nur 53% der Kinder gehen zur Schule, und zahlreiche Mütter sterben bei der Geburt ihrer Kinder.   
Mit meinem Team besuchte ich das einzige Kinderkrankenhaus in Juba. Täglich kommen 500-600 Mütter in das Shabbah-Hospital und hoffen auf Behandlung und Heilung ihrer Kinder. Die hoffnungsvollen Blicke der Mütter und kleinen Patienten werde ich nicht vergessen. Auch im Krankenhaus von Yambio stimmt mich der Anblick der „Geburtsstation“ sehr sorgenvoll: Mich schockiert die Vorstellung, unter welch unzumutbaren hygienischen Bedingungen die Frauen ihre Kinder bekommen. Damit ist für mich die Entscheidung getroffen, mein Sudan-Projekt auf den Ausbau dieser Station auszuweiten und den Transport der schwangeren Frauen durch den Kauf spezieller Ambulanz-Motorräder zu beschleunigen.

 

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