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Frankfurter Neue Presse: Ann Kathrin Linsenhoff beerbt Gäb und Josef Neckermann

Frankfurt. Mit dem gestern einstimmig beschlossenen Wechsel an der Spitze der Stiftung Deutsche Sporthilfe schließt sich ein Kreis. Als diese Einrichtung, die mittlerweile viele Länder rund um den Globus übernommen haben, am 26. Mai 1967 in Berlin ins Leben gerufen wurde, stand an der Spitze mit Josef Neckermann ein hessischer Dressur-Olympiasieger, der neben dem Engagement auch persönliches Kapital investierte. Nun übernimmt zum Neujahrstag die Stiftung von dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Hans Wilhelm Gäb mit der Kronbergerin Ann Kathrin Linsenhoff erneut eine Dressur-Olympiasiegerin aus Hessen, die dem Sport neben viel Zeit ebenfalls eigenes Geld zur Verfügung stellt.

Ihre Mutter Liselott Linsenhoff ritt übrigens in der National-Equipe zusammen mit Josef Neckermann. „Necko hat die Bindung zu den Sportlern immer gesucht. Darin war er mein Vorbild“, sagt die neue Vorsitzende, die sich noch genau erinnert, wie sie zu Beginn ihrer aktiven Karriere als 17-jährige von der Frankfurter Reiter- und Sporthilfe-Legende am Rande des Parcours geohrfeigt wurde, „weil ich seiner Meinung nach fürchterlich schlecht geritten bin“. Die 47 Jahre alte Mitveranstalterin des Frankfurter Festhallen-Reitturniers, die mit ihrem Mann Klaus-Martin Rath und fünf Kindern auf dem Familiensitz Schafhof lebt, gehört seit 15 Jahren zu den Mäzenaten der Sporthilfe. Außerhalb des Sports ist sie Vorsitzende der „Ann-Kathrin-Linsenhoff-Unicef-Stiftung“ und Botschafterin der Unicef mit Aktivitäten für notleidende Kinder in der dritten Welt. „Das ist ein großer Tag für mich. Jetzt kann ich an den Sport etwas von dem zurück geben, was ich während meiner 32jährigen aktiven Laufbahn bekam. Die neue Aufgabe ist eine große Herausforderung, die mir aber nicht unbekannt ist“, erklärte nach ihrer Wahl Ann Kathrin Linsenhoff, die die gute Arbeit ihres Vorgängers fortsetzen möchte. „Nach dem offiziellen Beginn meiner Tätigkeit will ich zusätzlich einige eigene Ideen einbringen, die ich durch meine Erfahrung aus der Unicef-Stiftung sowie aus dem alljährlich auf dem Reiterhof der Familie durchgeführten wohltätigen ,Schafhof-Festival’ gewann.“ Der 71-jährige Hans Wilhelm Gäb, der aus privaten Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, wechselt zum 1. 1. 2007 in den Aufsichtsrat als Vorsitzender, während Jürgen Hubbert nur noch dem hochkarätigen Stiftungsrat vorsitzt und im Aufsichtsrat nur noch als Gäbs Stellvertreter fungieren wird. „Mit dieser Lösung haben wir das gesamte Führungsteam der Sporthilfe zusammengehalten und noch verstärkt“, betont Hubbert. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat bis heute 40 000 deutsche Sportlerinnen und Sportler mit rund 350 Millionen Euro unterstützt. Sie hilft aktuell 3800 Sportlern und 600 Internatsschülern in über 50 Sportarten mit jährlichen Fördergeldern von zehn bis zwölf Millionen Euro.

Michael Löffler

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