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Ann Kathrin Linsenhoff zum Rücktritt von UNICEF-Geschäftsführer Dieter Garlichs

Kronberg – Ich begrüße den Schritt des UNICEF-Geschäftsführers Dieter Garlichs, die Konsequenzen aus den Querelen der vergangenen Wochen gezogen und dem Vorstand seinen Rücktritt angeboten zu haben. Auf Grund der verheerenden Außenwirkung, die durch den uneinheitlichen Auftritt der Führung des Hilfswerks und die teils differierenden Aussagen in der Öffentlichkeit erzielt wurde, halte ich Garlichs Entscheidung für die einzig richtige.

Damit beweist der seit 18 Jahren tätige Geschäftsführer, dass er sich der Verantwortung gegenüber den Spendern und Mitarbeitern bewusst ist. Denn nur durch einen strikten Neuanfang kann die Bereitschaft der UNICEF-Führung signalisiert werden, das verlorene Vertrauen der UNICEF-Freunde und Förderer zurückzugewinnen.

Durch das desaströse Krisenmanagement wurde ein Imageschaden provoziert, dessen Auswirkungen noch lange zu spüren sein werden. Um so wichtiger ist es, dass auch der verbleibende Vorstand hinterfragt, ob personelle Neuerungen nicht auch hier sinnvoll wären. Immerhin wurde seit dem Frühjahr vergangenen Jahres eine interne Politik der Verdrängung und Abwiegelung betrieben, die es zukünftig zu vermeiden gilt und die heutige Situation erst herbeigeführt hat.

Dieter Garlichs stellt sich mit seinem Rücktritt der Forderung nach Umstrukturierung und versucht dieser nachzugeben. Damit verlässt trotz aller Vorwürfe ein Führungsmitglied UNICEF Deutschland, dem es in 18-jähriger Tätigkeit gelungen ist, die Einnahmen des Hilfswerkes zu vervierfachen und die bemerkenswerte Summe von 1,4 Milliarden Euro an Spenden und Erlösen aus dem Grußkartenverkauf zusammenzutragen.

Unter Garlichs wurde UNICEF Deutschland zu einer der führenden caritativen Einrichtungen, die Tausenden von Kindern helfen konnte und deren Wirken auch mich 2002 bewog, eine Stiftung unter ihrem Dach zu gründen.

Ich wünsche UNICEF nun, dass auch die letzten Missverständnisse und Unklarheiten ausgeräumt werden, die Vorgänge geklärt und personalpolitisch die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Denn nur ein radikaler Einschnitt wird helfen, die Reputation dieser wichtigen Organisation wieder herzustellen.

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