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In welcher Welt wollt ihr leben?

20.05.2013
In welcher Welt wollt ihr leben?

Berlin. Die Verwirklichung der Kinder- und Menschenrechte ist für engagierte Jugendliche der wichtigste Beitrag für eine bessere Zukunft. Dies geht aus einer – nicht repräsentativen – Umfrage unter Heranwachsenden im Alter von 14 bis 18 Jahren von UNICEF Deutschland und dem BMZ hervor. Auf www.WorldWeWant.de waren von Januar bis März Jugendliche aus ganz Deutschland über ihre Prioritäten für eine neue globale Entwicklungsagenda befragt worden. In Berlin diskutierten einige von ihnen mit Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ihre Ideen.
Nahezu einhellig erwarten Mädchen und Jungen, dass die Politik sich für eine gerechtere Welt einsetzt und halten Entwicklungszusammenarbeit für wichtig. Gleichzeitig blickt aber nur knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer auf der Onlineplattform www.WorldWeWant.de optimistisch in die Zukunft. Viele befürchten, dass die heutigen Kinder und Jugendlichen riesige Probleme erben: „Eine kaputte Umwelt, Staaten, die nicht funktionieren und eine Wirtschaft, in der vor allem das Recht des stärkeren zählt“, so ein Teilnehmer.

Verantwortung für eine gerechtere Welt

„Oft wird gesagt, junge Leute interessieren sich vor allem für Handys, schicke Kleidung und Partys. Das stimmt nicht. Sie wünschen sich eine gerechtere Welt und sind dafür auch bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihr eigenes Leben zu verändern“, sagte UNICEF-Botschafterin Eva Padberg bei der Übergabe der Ergebnisse.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel sagte: „Die heutigen Weichenstellungen der Politik haben weitreichende Auswirkungen auf das Leben der jungen Generation. Sie erwartet zu Recht, dass die globalen Probleme im Sinne aller angepackt werden. Deshalb beteiligen wir junge Menschen bewusst in der Vorbereitung globaler Entwicklungsziele nach 2015 – und zwar auf ihren Kanälen.“

Die Initiative www.WorldWeWant.de ist Teil der weltweiten Konsultationen über die neuen Ziele der Vereinten Nationen bei der Armutsbekämpfung und bei der ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklung. Diese sollen nach 2015 die so genannten Millenniumsziele ablösen.
520 Mädchen und Jungen haben sich an der Umfrage beteiligt und in elf Foren zentrale Zukunftsthemen diskutiert. Die Ergebnisse fließen in die Diskussionen der Vereinten Nationen zur der „Post 2015-Agenda“ im September in New York ein. Zwei ausgewählte Teilnehmer von WorldWeWant.de werden als Teil der deutschen Delegation an den Gesprächen teilnehmen.

Juniorbotschafter: Jetzt abstimmen

15.05.2013
Juniorbotschafter: Jetzt abstimmen

Köln. Die Online-Abstimmung hat begonnen. Zur Wahl stehen die acht Gewinner und 12 Anerkennungspreisträger, die bereits von der Jury für den UNICEF-JuniorBotschafter gekürt wurden. Jetzt wird die Lieblingsaktion per Online-Abstimmung ermittelt. Der Gewinner des Online-Votings bekommt am 10. Juni 2013 in der Frankfurter Paulskirche den younicef-Preis überreicht. Bis zum 3. Juni kann jeder seine Stimme abgeben.

Link zum Thema: Hier geht es zur Abstimmung

Weltweit leidet jedes 4. Kind Hunger

16.04.2013
Weltweit leidet jedes 4. Kind Hunger

Köln. UNICEF ruft zu verstärktem Einsatz gegen chronische Unterernährung bei Kindern auf. Jedes vierte Kind unter fünf Jahren weltweit leidet laut des neuen UNICEF-Berichts zur weltweiten Ernährungssituation von Kindern unter verstecktem Hunger – und wird damit für sein gesamtes weiteres Leben geschädigt. Den Bericht „Improving Child Nutrition. The achievable imperative for global progress“ stellte UNICEF am 15. April 2013 auf der Internationalen Konferenz zu Hunger, Ernährung und Klimagerechtigkeit in Dublin vor.

Demnach sind 165 Millionen Kinder als Folge von chronischer Unterernährung in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung beeinträchtigt (englisch: „stunted“). Chronische Unterernährung gilt als „versteckter Hunger“, weil die Folgen weniger deutlich sichtbar sind als bei akuten Hungerkatastrophen. Die Kinder sind zu klein für ihr Alter, aber auch die Entwicklung des Gehirns und damit der kognitiven Fähigkeiten ist häufig für immer beeinträchtigt: Der Rückstand in den entscheidenden ersten 1.000 Tagen im Mutterleib und bis zum zweiten Geburtstag lässt sich meist nicht wieder aufholen.


„Unterentwicklung vernichtet das Potential von Kindern und vereitelt Chancen für die Entwicklung eines Landes“, sagte UNICEF-Exekutivdirektor Anthony Lake bei der Vorstellung des Berichts. „Die gute Nachricht ist: Wir wissen, was wirkt. Der UNICEF-Bericht zeigt, dass so unterschiedliche Länder wie Äthiopien, Haiti, Peru oder Ruanda mit gezielten Programmen für bessere Ernährung von Kindern bereits große Fortschritte erreicht haben.“

Drei Viertel der unterentwickelten Kinder leben in Südasien oder im südlichen Afrika. Kinder aus armen Familien sind doppelt so häufig betroffen, ebenso sind die Gefahren für Kinder in ländlichen Gebieten größer als für Kinder in Städten.
Ursachen für chronische Unterernährung sind zu wenig Nährstoffe sowie häufige Krankheiten, die die Kinder weiter schwächen.

Blog von UNICEF-Exekutivdirektor Anthony Lake.

Link zum Thema: Video zum Bericht auf unicef.tv/youtube

Lage der Kinder in Deutschland

15.04.2013
Lage der Kinder in Deutschland

Köln. Nach der internationalen UNICEF-Vergleichsstudie zur Lage der Kinder in Industrieländern hat sich das Lebensumfeld für Kinder in Deutschland insgesamt deutlich verbessert. Deutschland liegt auf Platz sechs der Industrienationen, wenn Lebensbedingungen wie relative Armut, Gesundheit oder Bildung der jungen Generation bewertet werden. So erreichen deutsche Schüler bessere Werte bei den PISA-Tests und rauchen deutlich seltener.
Im Kontrast zu diesen positiven Entwicklungen steht allerdings die subjektive Sicht der Jugendlichen in Deutschland auf ihre Lebenssituation. Bei der Selbsteinschätzung der Lebenszufriedenheit von Mädchen und Jungen fällt Deutschland dagegen tiefer ab als jedes andere untersuchte Land – und zwar auf Platz 22 von insgesamt 29 untersuchten Ländern. Jeder siebte Jugendliche in Deutschland ist mit sich und seiner Situation eher unzufrieden.
„Die deutschen Mädchen und Jungen stellen damit sich und ihrer Umgebung ein erschreckendes Zeugnis aus, das uns nachdenklich machen muss“, sagte Professor Hans Bertram von der Humboldt-Universität Berlin und Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF.
„Die einseitige Konzentration auf Leistung und formalen Erfolg führt dazu, dass sich viele Kinder und Jugendliche ausgeschlossen fühlen. Unsere an Ressourcen reiche Gesellschaft versagt offensichtlich dabei, allen Mädchen und Jungen Hoffnung und Perspektiven auf gerechte Teilhabe zu geben.“

Die UNICEF-Vergleichsstudie 2013

Erstplatziert im internationalen Vergleich sind – wie schon in den vorherigen UNICEF-Studien – die Niederlande. Das Land schneidet in allen fünf Dimensionen des kindlichen Wohlbefindens am besten ab – und diese gute Situation spiegelt sich auch in der Selbsteinschätzung von Kindern und Jugendlichen. Auch die skandinavischen Länder Norwegen, Island, Finnland und Schweden schneiden im Durchschnitt aller Dimensionen besser als Deutschland ab. Rumänien bildet in allen Dimensionen das Schlusslicht der Ranglisten.
Die neue Studie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti in Florenz knüpft an frühere Untersuchungen an, in denen die Lage der Kinder in Industrieländern anhand von sechs Dimensionen verglichen wurde. 2007 schnitt Deutschland dabei insgesamt nur mittelmäßig ab. Nun wurde das frühere Konzept variiert. Die neue Studie analysiert zunächst die Daten der fünf Dimensionen materielles Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit, Bildung, Verhalten und Risiken sowie Wohnen und Umwelt und blickt dann – in einem zweiten Teil – gesondert auf das subjektive Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen.
So ergibt sich das zweigeteilte Bild: In den ersten fünf Dimensionen schafft es Deutschland nun in die Spitzengruppe, hinter den Niederlanden und den skandinavischen Ländern. Fragt man die Jugendlichen nach ihrer Lebenszufriedenheit, stürzt Deutschland in das untere Drittel der Rangliste ab. Grundlage der Analyse sind die neuesten erhältlichen Daten von Eurostat, OECD, PISA, Weltgesundheitsorganisation und Weltbank. Sie beziehen sich auf die Jahre 2009/2010 – durch die Notwendigkeit, verschiedenste nationale Datenerhebungen vergleichbar aufzubereiten, ergibt sich eine zeitliche Verzögerung von zwei bis drei Jahren.

UNICEF-Schlussfolgerungen
•    Kampf gegen Kinderarmut gezielt verstärken
Der Mittelplatz im internationalen Ranking darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es innerhalb Deutschlands große Unterschiede bei der relativen Kinderarmut gibt. Mit einer nationalen Agenda gegen Kinderarmut muss die Politik ihre Anstrengungen verstärken, gezielt die wirtschaftlich schwächsten Familien zu unterstützen – und das sind in Deutschland vor allem die Alleinerziehenden.
•    Kindergesundheit fördern
Die Vergleichsstudie zeigt, dass man Übergewicht bei Kindern erfolgreich entgegenwirken kann. In Belgien, Frankreich, Spanien und Großbritannien sank der Anteil übergewichtiger Jugendlicher zum Teil deutlich. Deutschland hat diese Trendwende noch nicht geschafft. Sport und Bewegung sowie ausgewogene Ernährung müssen hierzulande einen höheren Stellenwert erhalten. Kindergärten und Schulen sollten dem gesundheitsorientierten Sportunterricht sowie gesunder Ernährung mehr Zeit einräumen.
•    Kinder und ihre Rechte stärken
Politik, Medien und Forschung dürfen Kinder nicht ausschließlich aus der Perspektive ihrer Leistungsfähigkeit beurteilen. Das Wohlbefinden von Kindern und ihre Rechte müssen zur Richtschnur der Politik von Bund, Ländern und Gemeinden werden. Wichtig ist es, allen Kindern Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen. Insbesondere die Kommunen haben die Aufgabe, für mehr Kindergerechtigkeit und Kinderfreundlichkeit im Alltag zu sorgen.

Zusammenfassung der Studie von UNICEF Deutschland (pdf)

JuniorBotschafter in Afrika

02.04.2013
JuniorBotschafter in Afrika

Köln, Vier UNICEF-JuniorBotschafter im Alter von 15 -17 Jahren aus Deutschland treffen in dieser Woche in Sambia mit gleichaltrigen Jugendlichen zusammen. Gemeinsam setzen sich die Heranwachsenden für den Schutz der Umwelt und eine bessere Trinkwasserversorgung in dem afrikanischen Land ein. Mit dem innovativen Projekt will UNICEF Deutschland den Austausch und das Engagement von deutschen und afrikanischen Kindern und Jugendlichen für eine bessere Zukunft stärken.

In Sambia schult UNICEF im Rahmen des Programms „Unite4Climate“ Mädchen und Jungen zu Umwelt- und Hygienethemen und zeigt ihnen, wie sie Aufklärungskampagnen planen, umsetzen und dokumentieren können. Gemeinsam pflanzen die deutschen JuniorBotschafter und die sambischen Klimabotschafter Bäume, entwickeln Kurzfilme und geben Interviews bei verschiedenen Radiostationen zum Thema Umwelt, Klima und Wasser.

Die Jury überzeugt

Mit dabei sind die UNICEF-JuniorBotschafter Kira Lena Zerwer (17) aus Rosengarten bei Hamburg, Madita Eh (15) aus Köln, Franziska Werner (17) aus Weßling bei München und Üwen Ergün (16) aus Bestwig im Sauerland. Die Jugendlichen hatten sich mit einem ausführlichen englischsprachigen Motivationsschreiben für das Projekt beworben und wurden von einer Jury aus Erwachsenen und Jugendlichen ausgewählt.

Parallel zur Reise berichten die Teilnehmer in einem Blog auf der UNICEF-Jugendseite younicef.de über ihre Erfahrungen. Im Anschluss haben sie sich verpflichtet, weiter in Interviews, Vorträgen und Kurzfilmen zu informieren. Sie werden unter anderem auch am 10. Juni 2013 in der Frankfurter Paulskirche über ihren Einsatz in Sambia berichten. Dort werden dann zum zehnten Mal die JuniorBotschafter des Jahres 2013 gekürt.

Link zum Thema: Videos von der Reise auf youtube/unicefTV

Wasser - für Kinder lebenswichtig aber auch lebensbedrohend

22.03.2013
Wasser - für Kinder lebenswichtig aber auch lebensbedrohend

Köln. Anlässlich des Weltwassertags ruft UNICEF-Botschafterin Eva Padberg zum Einsatz für das Menschenrecht auf sauberes Wasser auf. „Sauberes Wasser und Hygiene sind gerade für Kinder eine Frage von Leben und Tod“, erklärte das Top-Model im Anschluss an eine Projektreise nach Kambodscha. „Millionen Kinder haben keine andere Wahl, als verschmutztes Wasser zu trinken – obwohl sie wissen, dass sie davon krank werden können.“
Gerade die ärmsten Familien sind bis heute von den Fortschritten bei der Wasserversorgung und beim Zugang zu sanitären Einrichtungen ausgeschlossen. Weltweit haben mehr als 780 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, und 2,5 Milliarden Menschen haben keine hygienischen Latrinen oder Toiletten. Vor allem Babys und Kleinkinder, deren Immunsystem noch schwach ist, sind von Krankheiten bedroht.


Kambodscha ist eines von sechs Ländern, die UNICEF Deutschland im Rahmen der Kampagne „Wasser wirkt“ unterstützt. Mit Hilfe von Spenden aus der Kampagne will UNICEF bis 2015 mindestens 500.000 Kinder dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgen, ihnen Zugang zu hygienischen Latrinen verschaffen und sie über Gesundheit aufklären. Mit Erfolg: Mehr als 200.000 Kindern in Äthiopien, Bangladesch, Kambodscha, Sambia, Somalia und Südsudan kann UNICEF bereits helfen.

Die Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICF-Stiftung unterstützt seit 2007 Projekte in Kambodscha und dem Südsudan seit 2005.

Link zum Thema: Reisetagebuch von Eva Padberg


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